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Jahresabschluss der Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH und Tochtergesellschaften

Die Stadtwerke-Gelsenkirchen-Gruppe (Konzern) hat das Jahr 2018 mit einem Fehlbetrag in Höhe von rund 965.000 Euro abgeschlossen und liegt damit leicht besser als budgetiert. Der Vorjahresfehlbetrag belief sich auf rund 947.000 Euro.

Auch 2018 stand in einer Reihe von Projekten die weitere Ausgestaltung und Umsetzung der Unternehmensstrategie sowie die Optimierung interner Prozesse und Strukturen im Mittelpunkt. Für die SG-Gruppe (Sport-Paradies und Bäder, ZOOM Erlebniswelt, emschertainment, Gelsen-Log. und Gelsen-Net) stellt dies weiterhin einen enormen Kraftakt dar. Neben Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung sowie der Sicherung der gegenwärtigen und zukünftigen Daseinsvorsorge für die Menschen in Gelsenkirchen steht die Weiterentwicklung von neuen rentablen Geschäftsmodellen im Fokus.

„Die SG-Gruppe ist in Bewegung. Wir optimieren, koordinieren und organisieren mit der Ausrichtung auf eine sichere Zukunft. Strategische Entscheidungen müssen umso mehr wirtschaftlich sinnvoll sein. Es gilt, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und am Markt erfolgreich zu etablieren. Im Fokus stehen Digitalisierungsprozesse und die Stärkung der Arbeitgebermarke", betont Ulrich Köllmann, Geschäftsführer der SG-Gruppe.

Die SG-Gruppe zählt nach wie vor mit 906 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt Gelsenkirchen. Zurzeit absolvieren 52 junge Leute ihre Ausbildung in vierzehn verschiedenen Ausbildungsberufen, von der Restaurantfachfrau über den IT-Systemkaufmann bis hin zur Fachangestellten für Bäderbetriebe. Anfang August starten 15 weitere Auszubildende in ihre Berufe bei der SG-Gruppe.

Einnahmequelle Netzgeschäft
Nach wie vor erbrachte das Netzgeschäft stabile Ergebnisse und bleibt Haupteinnahmequelle der SG. Die Erlöse aus der Verpachtung der Strom- und Gasnetze in Gelsenkirchen an die Emscher Lippe Energie GmbH waren 2018 mit über 14,3 Millionen Euro nahezu stabil. Im laufenden Geschäftsjahr ist allerdings mit einer deutlichen Verringerung der Pachterlöse für die Strom- und Gasnetze zu rechnen. Hintergrund sind die vertraglich vereinbarten Anpassungen aufgrund der Entwicklungen bei der Netzregulierung.

Sport-Paradies und Bäder: Rat beschließt neues Bäderkonzept
Der Rat der Stadt hat nach zweijähriger, intensiver Planungs- und Diskussionsphase mit Bürgerinnen und Bürgern, Gutachtern, Politik und der SG im Oktober 2018 über die Zukunft der Bäderlandschaft in Gelsenkirchen entschieden. Künftig soll die Stadt Gelsenkirchen über insgesamt sechs Bäderstandorte (inklusive Revierpark Nienhausen) verfügen. Für das Sport-Paradies und das Zentralbad sollen zwei Neubauten entstehen. Bevor die Umsetzung der Neubauten weiter vorangetrieben werden kann, ist zunächst die Ausgestaltung der Bäder zu planen sowie die Finanzierbarkeit der Projekte zu prüfen. In einem extra dafür eingerichteten Lenkungskreis beschäftigten sich Vertreter aus der Politik und Verwaltung, Vereinen und Verbänden sowie der SG gemeinsam mit den inhaltlichen Fragen zur Umsetzung.

Auch im 34. Betriebsjahr präsentierte das Sport-Paradies neben dem „üblichen“ Angebot wieder ein umfangreiches Aktions- und Kursprogramm im Bade- und Eisparadies, das von den Gästen gut angenommen wurde. Die Besucherzahlen stiegen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 4,5 Prozent auf knapp 662.000 (2017: rund 633.000). Insgesamt erwirtschaftete die Bäderlandschaft 2018 Umsatzerlöse in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.

ZOOM Erlebniswelt: Mehrfach ausgezeichnet
Die ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der sehr heiße Sommer sorgte im Vergleich zu 2017 dafür, dass die Besucherzahlen während dieser Zeit zurückgingen. Trotz dieser Umstände konnte die ZOOM Erlebniswelt dennoch für das ganze Jahr insgesamt einen Besucheranstieg von rund 30.000 Besuchern gegenüber dem Vorjahr (2017: 752.000) verzeichnen.  Ein großes Highlight in der ZOOM Erlebniswelt war vor allem die Geburt des Eisbärjungtieres Nanook im Dezember 2017. Im Frühjahr zeigte sich das Eisbärbaby gemeinsam mit seiner Mutter Lara erstmalig draußen im Gehege und ist seitdem zum Publikumsliebling geworden. Nanook hat sich prächtig entwickelt, ist sehr neugierig und verspielt. Auch in 2019 bleibt es etwas Besonderes, die junge Eisbärin beim Aufwachsen zu beobachten. Gleich drei Auszeichnungen hat die ZOOM Erlebniswelt in 2018 erhalten. Im Sommer wurde sie von rund 50.000 Familien zum familienfreundlichsten Zoo Deutschlands gewählt. Dieses Ergebnis ermittelte das unabhängige Analyse- und Beratungsunternehmen „ServiceValue" in Zusammenarbeit mit der Goethe Universität Frankfurt im Rahmen einer Online-Befragung. Im Herbst folgte die zweite Auszeichnung: Der „Excellence Award for Polar Bear Breeding 2017“. Mit dieser international beachteten Auszeichnung würdigt das Europäische Erhaltungszuchtprogramm „EEP“ Zoos, die ein Eisbärjungtier aufziehen. Zusätzlich gewann die ZOOM Erlebniswelt auch noch den „Parkscout Publikums Award 2018“ als bester Zoo Deutschlands. Die Auszeichnung der Internetplattform „parkscout.de“ gilt als eine der wichtigsten für die deutsche Freizeitparkbranche.  

emschertainment: Neuausrichtung in der Gastronomie-Sparte trägt Früchte
In der Gastronomie-Sparte entwickelte sich die strategische Neuausrichtung positiv und der neue RYOKAN Imbiss wurde von den Besuchern der ZOOM Erlebniswelt sehr gut angenommen. Seit der Umstellung richtet sich die Speisekarte mehr nach den Bedürfnissen der Besucher. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die meisten Gäste kein klassisches Restaurantangebot in der ZOOM Erlebniswelt erwarten. Der Verzicht auf das Abendgeschäft eröffnet zudem neue Möglichkeiten. Schon jetzt ist das RYOKAN ein sehr gefragter Veranstaltungsort für Betriebsfeste, Tagungen, Hochzeiten, Familienfeiern sowie Kundenveranstaltungen. Im Jahr 2018 präsentierte der Veranstaltungsbereich der emschertainment GmbH neben „altbekannten“ Bühnengrößen wie Michael Mittermeier, Johann König oder Kurt Krömer erstmalig Neuentdeckungen wie Herrn Schröder, Sebastian Pufpaff, Felix Lobrecht oder Hazel Brugger, die sich binnen kurzer Zeit bereits vollständig im Entertainmentgeschäft etablieren konnten. Die durchschnittliche Auslastungsquote bei den Veranstaltungen lag 2018 bei 85 Prozent. Neben den ca. 100 Unterhaltungsveranstaltungen war die emschertainment in 2018 auch bei über 70 Veranstaltungen als Dienstleistungsgesellschaft im Hans-Sachs-Haus und anderen Spielstätten tätig. Insgesamt schloss die emschertainment GmbH im Geschäftsjahr 2018 mit einem Verlust in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro (2017: 1,8 Millionen Euro minus) ab. Dieser Betrag wird im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages durch die SG ausgeglichen.

Gelsen-Log.: Investitionen in die Infrastruktur
Die Gelsenkirchener Logistik-, Hafen- und Servicegesellschaft mbH, kurz Gelsen-Log., erzielte im Geschäftsjahr 2018 ein positives Ergebnis in Höhe von rund 237.000 Euro, das an die SG abgeführt wurde. Der Hafenumschlag verzeichnete einen Rückgang im Vergleich zum letzten Jahr: Im Hafenbetrieb um rund 20 Prozent und im Hafenbahnbetrieb um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist auf folgende Sondereffekte zurückzuführen: Zum einem fand eine große Revision in einer im Hafen ansässigen Raffinerie statt, deren Produkte sonst über die Hafenbahn abtransportiert werden. Zum anderen sind die Folgen der langanhaltenden Trockenperiode in der Sommerzeit und der damit verbundene Niedrigwasserstand auf den Binnenwasserstraßen der wesentliche Grund für diesen Verlauf.

Im Stadthafen Gelsenkirchen lag der Fokus im Jahr 2018 auf der Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur. Um die Leistungsfähigkeit der Anlagen dauerhaft zu sichern, wurden Instandhaltungsmaßnahmen wie Reparaturarbeiten an den Gleisanlagen und Lokomotiven sowie Unterhaltungsmaßnahmen in den Hafenbecken und an den Gebäuden zur Verbesserung der Eisenbahninfrastruktur getätigt.  

Das Best Western Hanse Hotel in Warnemünde verzeichnete eine nahezu konstante Zimmerbelegung. Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 80 Prozent befindet sich das beliebte Strandhotel auf einem nach wie vor sehr hohen Niveau. 

Gelsen-Net: Markt- und Netzausbau schreiten voran
Wesentlicher Erfolgsbaustein der Tochtergesellschaft Gelsen-Net ist weiterhin der konsequente Ausbau der Glasfasernetzinfrastruktur. Mit der Ausbauinitiative Glasfaser verfolgt das Unternehmen seit mehreren Jahren das Ziel, nach der Erschließung der wichtigsten Gewerbegebiete auch Bestandsimmobilien in ausgewählten Stadtteilen von Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck mit Glasfaseranschlüssen bis in die Wohnung zu versorgen. Über 11.000 Wohneinheiten wurden bis zum Ende des Geschäftsjahres ans Gelsen-Net-Glasfasernetz angeschlossen. Bis Ende 2023 sollen es in der Emscher-Lippe-Region schon über 50.000 Wohnungen sein, die über einen direkten Glasfaseranschluss von Gelsen-Net verfügen.

Auch die Ausweitung des Marktgebiets ist weiter vorangeschritten. Der Aufsichtsrat der Neuen Marler Baugesellschaft mbH (Neuma) hat im Juni 2018 dem Abschluss des Vertrages zur Glasfaseranbindung der über 3.385 Wohneinheiten durch Gelsen-Net zugestimmt. Der Netzausbau in Marl und die Vermarktung der Telefon- und Highspeedprodukte haben bereits begonnen. Mehr als 490 Häuser werden zukünftig breitbandig angebunden. Insgesamt sind rund 33 Kilometer an Tiefbauarbeiten erforderlich, damit auf diese Weise ein gut ausgebautes Glasfasernetz quer durch den Innenstadtbereich von Marl entstehen kann.

Und auch in Recklinghausen zeigt Gelsen-Net ab sofort Flagge. Gelsen-Net konnte sich im letzten Jahr bei der Ausschreibung des Kreises Recklinghausen für den geförderten Ausbau in  Castrop-Rauxel, Herten und Recklinghausen gegen mehrere nationale Konkurrenten erfolgreich durchsetzen. Im Rahmen des geförderten Breitbandausbaus handelt es sich um rund 1.300 Haushalte, 163 Unternehmen und 90 Schulen, die ans schnelle Glasfasernetz angebunden werden. Gelsen-Net wird im Rahmen dieses Projekts über 30 Millionen Euro investieren, wobei davon 8,8 Millionen Euro aus Fördermitteln stammen. Insgesamt erwirtschaftete Gelsen-Net einen Jahresüberschuss von rund 340.000 Euro.

Ausblick: Chancen erkennen und nutzen
Die Geschäftsführung erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2019 ein negatives Ergebnis im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Dies liegt vorwiegend am Rückgang der Umsatzerlöse im Netzgeschäft; darüber hinaus stehen weiterhin hohe Investitionen in den einzelnen Unternehmen und Unternehmensbereichen an, um das Kerngeschäft weiter zu sichern. "Wir setzen in den kommenden Jahren alles daran, die notwendigen Veränderungen aktiv zu gestalten, um die SG-Gruppe wieder nachhaltig auf Kurs zu bringen. Hier legen wir den Fokus sowohl auf das Kerngeschäft als auch auf neue zukunftsfähige Geschäftsmodelle. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für ihren Einsatz in schwierigen Zeiten bedanken wir uns, ebenso für das Vertrauen unserer Kunden und Geschäftspartner", erläutert Ulrich Köllmann, Geschäftsführer der SG-Gruppe.

In einem Unternehmensbereich der SG wird es zukünftig eine neue erfolgsversprechende Produkt- und Markterweiterung geben. Das Communication Center wird zeitnah im Bereich des umfassenden  telefonischen, persönlichen und schriftlichen Kundenservices die externe Vermarktung fokussieren und anderen Unternehmen Gesprächsschulungen und Coachings anbieten.

Im Hafen Gelsenkirchen ist einiges in Bewegung. Die Firma BP, die bereits seit 90 Jahren in Gelsenkirchen ansässig ist, wird ihre Logistikkapazitäten erweitern und zusammen mit Gelsen-Log. weiter in den Stadthafen investieren. BP plant den Neubau von drei Tanks für Flugzeugtreibstoff, sowie einer dazugehörigen Kesselwagenbeladung auf dem Gelände von BP durch die TransTank GmbH. Die Tanks werden durch eine ebenfalls noch zu bauende Pipeline an die Raffinerie Gelsenkirchen Horst angeschlossen. Zusätzlich wird auch der Binnenschiffanleger im Hafen modernisiert. Durch die neue Verladeanlage werden viele Straßen- und Schiffstransporte zwischen der Raffinerie in Horst und dem Tanklager überflüssig, was vor allem der Versorgungssicherheit und der Senkung von Emissionen zugutekommt. Für die Realisierung des Projektes wird die TransTank GmbH auch einen neuen Gleisanschluss an die Gelsen-Log.-Gleisanlagen bauen. Gelsen-Log. selbst plant im Rahmen dieses Projektes bis zu 16 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Und auch das zukunftsweisende Thema "Vernetzte Stadt" gestaltet die SG-Gruppe mit. Nicht nur Gelsen-Net ist beteiligt und hat in Gelsenkirchen und Bochum 23 Haltestellen der BoGeStra an GigaBit-Glasfaser angebunden, um den Fahrgästen freies WLAN bieten zu können. Bis Ende 2019 wird es in 400 Bussen und Bahnen schnelles mobiles WLAN geben, das bis zu 250 Personen gleichzeitig nutzen können. Auch die übrigen Unternehmensbereiche der SG-Gruppe bringen sich mit ihren Digitalisierungsaktivitäten in die Digitalstrategie der Stadt Gelsenkirchen ein, um den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gewerbetreibenden in Gelsenkirchen ein lebenswertes und attraktives Umfeld zu bieten.

Stadtwerke-Gelsenkirchen-Gruppe (Konzern) Geschäftsjahr 2018: Die wichtigsten Daten im Überblick Vorjahreszahlen in Klammern

Umsatz: 71,7 Mio. € (72,6 Mio. €)
Jahresfehlbetrag:  965 T€ (947 T€)
Umsatzerlöse aus der Verpachtung der Strom- und Gasnetze: 14,3 Mo € (14,7 Mio. €)
Umsatzerlöse Bäderlandschaft: 2,5 Mio. € (2,4 Mio. €)
Besucher Bäderlandschaft: 662.055 (633.156)
Umsatzerlöse ZOOM Erlebniswelt: 12,9 Mio. € (12,9 Mio. €)
Besucher ZOOM Erlebniswelt: 781.068 (751.979)
Jahresfehlbetrag emschertainment: 1.779 T€ (1.850 T€)
Jahresüberschuss Gelsen-Log.: 237 T€ (781 T€)
Jahresergebnis Gelsen-Net: 340 T€ (-492 T€)

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